"Im
Sport
zeigt sich ein
spezifisch menschliches, gesellschaftlich vermitteltes
"Sich auseinander Setzen"
mit den eigenen physischen Kräften.
Aufgrund der leichten Überprüfbarkeit und zum Teil der Messbarkeit
(Registrierung von Rekorden)
dient der Sport sowohl der persönlichen Bestätigung als auch der
sozialen Konkurrenz im Wettstreit.
Die Deutung des Sports als einer sich selbst genügenden menschlichen
Tätigkeit (Amateursport) wird durch gesundheitliche und
sozialpädagogische Rechtfertigungen für Sporttreiben und Sportpflege
ergänzt.
Das gilt besonders für den Schulsport und sonstige Sportförderung.
Außerdem gibt es Erklärungsversuche
u. a. im Rückgriff auf kultische Ursprünge, Bewegungstrieb,
Aggressionstrieb und Schaubedürfnis.
Die sozialwissenschaftliche Deutung sieht den modernen Sport als ein mit
der Industriegesellschaft synchron anwachsendes Phänomen, das deren
Grundzüge wie Leistungs-, Konkurrenz- und Gleichheitsprinzip besonders
deutlich mache. Andererseits zeigen sich in der Ausgestaltung des
Leistungssports jene Phänomene, die den allgemeinen neuzeitlichen
Rationalisierungsprozess kennzeichnen: Verwissenschaftlichung,
Quantifizierung, Zerlegung, Spezialisierung, Systematisierung,
Regulierung, auch Bürokratisierung und Zentralisierung.
Organisationsprinzip des Sports an der Basis ist die sportliche
Selbstverwaltung der Vereine; regionale Verbände schließen sich zu
nationalen Fachverbänden, diese wiederum zu internationalen
Organisationen zusammen.
Zur Entscheidung verbandsinterner Rechtsstreitigkeiten und Verhängung
von Verbandsstrafen bestehen Sportgerichte. Die Darstellung und
Kommentierung der Entwicklung des Sports im Allgemeinen sowie v. a. der
aktuellen Ereignisse in den Massenmedien ist Aufgabe der
Sportpublizistik.
(Behindertensport, Breitensport, Leistungssport,
Spitzensport)"
Wer
keine Zeit
für das Training hat,
wird sich
Zeit
für
Krankheiten
nehmen
müssen
(1873)
Edward Stanley
15th Earl of Derby
(1826-1893)
"Those who think they have not
time for bodily exercise will sooner or later have to find time for
illness."
Wichtig ist eine Ausgeglichenheit von körperlicher
und geistig-spiritueller Beanspruchung.
Dazu die Metapher:
"Der entspannte Bogen"
Es heißt, dass der alte Apostel Johannes gern mit
seinem zahmen Rebhuhn spielte.
Nun kam eines Tages ein Jäger zu ihm. Verwundert sah er,
dass ein so angesehener Mann wie Johannes einfach spielte.
Konnte der Apostel seine Zeit nicht mit viel Wichtigerem als mit einem
Rebhuhn verbringen?
So fragte er Johannes:
“Warum vertust du deine Zeit mit Spielen?
Warum wendest du deine Aufmerksamkeit einem nutzlosen Tier zu?”
Verwundert blickte Johannes auf. Er konnte gar
nicht verstehen,
warum er nicht mit dem Rebhuhn spielen sollte.
Und so sprach er:
“Weshalb ist der Bogen in deiner
Hand nicht gespannt?”
Der Jäger antwortete:
“Das darf nicht sein. Ein Bogen verliert seine
Spannkraft, wenn er immer gespannt wäre.
Er hätte dann, wenn ich einen Pfeil abschießen wollte, keine Kraft mehr.
Und so würde ich natürlich das anvisierte Ziel nicht treffen können."
Johannes sagte daraufhin:
“Siehst du, so wie du deinen Bogen immer
wieder entspannst,
so müssen wir alle uns immer wieder entspannen und erholen.
Wenn ich mich nicht entspannen würde, indem ich z.B. einfach ein wenig
mit diesem
- scheinbar so nutzlosen - Tier spiele, dann hätte ich bald keine Kraft
mehr,
all das zu tun, was notwendig ist. Nur so kann ich meine Ziele erreichen
und das tun,
was wirklich wichtig ist."