Denkrahmen der Logik
 
Axiome der Logik
[Parmenides von Elea (6./5. Jhd. v. Chr.) / Aristoteles (384-322 v. Chr.)]

Forderung nach:
Eindeutigkeit - Begründbarkeit - Widerspruchsfreiheit

Axiome des Experiments
[Galileo-Galilei (1564-1642 )]

Forderung nach:
Analysierbarkeit - Quantifizierbarkeit - Reproduzierbarkeit

Widerspruch ist Fehler!
... Analyse geht vor Zusammenschau ...Widerspruch wird eliminiert
(Hierarchie) ... Lineare Mono-Kausalität ...

Entweder Oder Prinzip!
z.B.: Elektrische Ladung entweder Minus oder Plus

Entweder Naturwissenschaft
oder Geisteswissenschaft
oder Erfahrungsheilkunde

Kein "Gemeinsam" der Methoden im Erkenntnisprozess!

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Denkrahmen Polares Denken
 

 
POLARITÄT
Widersprüche ergänzen einander!

Z.B.: Links - Rechts; Oben - Unten; Frau - Mann
Vorne - Hinten; Innen - Außen; Tag - Nacht
Diesseits - Jenseits; Yin - Yang
Naturwissenschaft - Geisteswissenschaft ...
Duale Kausalität

Widerspruch wird zum Gegensatz!
(Ganzheit)

Das Besondere des Gegensatzes und Verbindende zugleich!

Sowohl Als Auch Prinzip!
z.B.: Magnet sowohl N- als auch S-Pol

Sowohl Naturwissenschaft  
als auch Geisteswissenschaft
als auch Erfahrungsheilkunde

Ein "Gemeinsam von Zweien" im Erkenntnisprozess!


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Denkrahmen der Dialektik
 

 

Widerspruch ist Quelle der Entwicklung!
Thesis - Antithesis - Synthesis
 

Widerspruch wird aufgehoben!
(Synthese)

Einheit einander ausschließender Teile!

Komplementäres Prinzip!

z.B.: Elektromagnetische Strahlung
(Welle - Teilchen Dualismus)

 

Sowohl Naturwissenschaft  
Geisteswissenschaft
und
Erfahrungsheilkunde
 

Eine "Einheit" scheinbar einander ausschließender Methoden im Erkenntnisprozess!


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„Die Logik präsentiert ihre zentralen Themen“
in Margarita Philosophica
(12-bändige Enzyklopädie)
von Gregor Reisch
(1470-1525, Hochschullehrer und Mönch)


Die beiden Hunde veritas und falsitas jagen den Hasen problema,
die Logik (als Frau) eilt mit dem Schwert syllogismus (einem „Katalog von messerscharfen logischen Argumenten“) bewaffnet hinterher.
Links unten Parmenides von Elea
in einer Höhle (ein griechischer Philosoph, 6./5. Jhd. v. Chr., mit dem die logische Argumentation Einzug in die Philosophie hielt).

 

Gregor Reisch (geb. ca. 1470 in Balingen (Württemberg); † 9. Mai 1525 in Freiburg im Breisgau, war Hochschullehrer und Mönch; ein Vertreter der philosophischen Schule der spätscholastischen Realisten).

 
„Die Logik präsentiert ihre zentralen Themen“, in Margarita Philosophica (margarita = Perle), worunter man im damaligen Sprachgebrauch ein Handbuch verstand; Die Margarita Philosophica ist eine allgemeine Enzyklopädie aus dem Jahr 1503. Gregor  Reisch hat sie im Wesentlichen zwischen 1489 und 1496 in lateinischer Sprache verfasst; gedruckt wurde sie erstmals 1503 in Freiburg durch den aus Straßburg stammenden Drucker Johann Schott (Schüler von Gregor Reisch). Das Werk enthält als Universitas literarum ("Wissenschaft in ihrer Gesamtheit") das gesamte menschliche Wissen des späten Mittelalters.
 
In zwölf Büchern werden die
Sieben freien Künste (Septen artes liberales) behandelt sowie anschließend Prinzipien und Entstehung der Naturdinge, Physiologie, Psychologie und Moralphilosophie. Das Werk wurde das am weitesten verbreitete Lehrbuch der Philosophie und des enzyklopädischen Wissens für das Studium der Sieben freien Künste und sollte es auch für mehr als 100 Jahre bleiben.

Die Sieben freien Künste sind ein in der Antike entstandener Kanon von sieben Studienfächern, die nach römischer Vorstellung die „einem freien Mann“ ziemende Bildung darstellten. Im mittelalterlichen Lehrwesen galten sie als Vorbereitung auf die eigentlichen wissenschaftlichen Studienfächer Theologie, Jurisprudenz und Medizin.

 

Man unterschied bei den Sieben freien Künsten das Trivium (Dreiweg) der sprachlich und logisch-argumentativ ausgerichteten Fächer, die die Voraussetzung für jede Beschäftigung mit der (lateinischen) Wissenschaft bilden, und das weiterführende Quadrivium (Vierweg) der mathematischen Fächer.
 

Zum Trivium (Dreiweg) gehörten: 1.) Grammatik: Lateinische Sprachlehre und ihre Anwendung auf die Werke der klassischen Schulautoren. 2.) Rhetorik: Redeteile und Stillehre, ebenfalls mit Beispielen aus den Schulautoren.
3.) Dialektik bzw. Logik: Schlüsse und Beweise auf der Grundlage des Organons. (Organon: Schriften Sammlung des griechischen Philosophen Aristoteles. In ihnen beschreibt Aristoteles die Kunst der Logik als Werkzeug der Wissenschaft.

 

Zum Quadrivium (vierweg) gehörten: 4.) Arithmetik: Zahlentheorie (Zahlbegriff, Zahlenarten, Zahlenverhältnisse) und z.T. auch praktisches Rechnen. 5.) Geometrie: euklidische Geometrie, Geographie, Agrimensur (Landesvermessung). 6.) Musik: Musiktheorie und Tonarten u.a. als Grundlage der Kirchenmusik.
7.) Astronomie: Lehre von den Sphären, den Himmelskörpern und ihren Bewegungen, unter Einschluss der Astrologie (Auswirkungen auf die sublunare Sphäre und den Menschen).

 
 Die Sieben freien Künste waren so bezeichnet, um sie gegenüber den
praktischen Künsten (artes mechanicae) - so bezeichnet im Altertum, Mittelalter und Renaissance, Fertigkeiten, die dem unmittelbaren Broterwerb dienen - als höherrangig zu bewerten.
 

Zu den praktischen Künsten zählten als armatura Berufe des Handwerks und ab dem Mittelalter auch die der Bildenden Künste und der Baukunst (Arbeiten in Stein, Holz, Metall, Waffenkunst, Bildhauerei, Malerei, Architektur), die agricultura (Landwirtschaft) und das lanificium (Bekleidungshandwerk). Zu den letztgenannten Künsten zählten u.a. die Schneider, Gerber und Schuster. Im weiteren Sinne lassen sich die praktischen Künste als praktische Anwendung des Wissens insbesondere aus der Naturwissenschaft unter dem Sammelbegriff Technik
(altgr. téchne = „Fähigkeit, Kunstfertigkeit, Handwerk“) zusammenfassen.

 

Die praktischen Künste (artes mechanicae) wurden gegenüber den  Sieben freien Künsten (septem artes liberales) als niedriger stehend angesehen. Während es für die Ausübung oder das Studium der freien Künste notwendig war, ein "freier Mann" zu sein, konnten auch Unfreie die praktischen Künste ausüben.




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Literatur:
Heribert Pietschmann: „Die Spitze des Eisberges – Von dem Verhältnis zwischen Realität und Wirklichkeit“ WEITBRECHT 1994 , „Die Wahrheit liegt nicht in der Mitte – Von der Öffnung des naturwissenschaftlichen Denkens“ WEITBRECHT 1990, „Das Ende des naturwissenschaftlichen Zeitalters“ ULLSTEIN 1980, „Aufbruch in neue Wirklichkeiten - Der Geist bestimmt die Materie“ WEITBRECHT 1997, „Gott wollte Menschen - Die Genesis ist jeden Tag“ IBERA 1999, „Der Mensch, die Wissenschaft und die Sehnsucht–Naturwissenschaftliches Denken und spirituelles Erleben“ HERDER spektrum 2005, „Quantenmechanik verstehen – Eine Einführung in den Welle-Teilchen-Dualismus für Lehrer und Studierende“ SPRINGER 2003 „Vom Spass zur Freude – die Herausforderung des 21. Jahrhunderts“ IBERA 2005, „Eris & Eirine – Eine Anleitung zum Umgang mit Widersprüchen und Konflikten“ IBERA 2002
Luciano De Crescenzo: „Und sie bewegt sich doch – Die Anfänge des modernen Denkens – von Nikolaus von Kues bis Galileo Galilei“ (Storia della filosofie moderna. Da Niccolo Cusano a Galileo Galilei 2003) btb VERLAG 2006
Karen Gloy: „Die Geschichte des ganzheitlichen Denkens – Das Verständnis der Natur“ KOMET 1996, „Wahrheitstheorien“ A.FRANCKE UTB 2004 usw.
Robert Harsieber: „Jenseits der Schulmedizin – Der Mensch als vernetztes System“ EDITION VABENE 1993, „Das neue Weltbild – New Age, Paradigmenwechsel, Wendezeit: Das Entstehen eines ganzheitlichen, holistischen Denkens“ kurz & bündig, hpt 1989
Kurt Pollak: „Die Jünger des Hippokrates – Der Weg des Arztes durch sechs Jahrtausende“ Deutsche Buch-Gemeinschaft 1965 , (Econ Verlag 1963)
Franca Ongaro Basaglia: „Gesundheit, Krankheit, Das Elend der Medizin“ (Salute/Malattia. Le parole della medicina 1982) FISCHER 1985
Rudolf Gross, Markus Löffler: „Prinzipien der Medizin – Eine Übersicht ihrer Grundlagen und Methoden“ SPRINGER 1998
Carl Friedrich von Weizsäcker (1912-2007, deutscher Physiker, Philosoph und Friedensforscher.):
„Die Tragweite der Wissenschaft“ S.HIRZEL 1990, 1.+2.Teil, 6.Auflage, „Große Physiker – Von Aristoteles bis Werner Heisenberg" HANSER 1999, „Die Einheit der Natur" dvt 1995 (1971), „Aufbau der Physik" dvt 3.Auflage 1994 (1985), „Wahrnehmung der Neuzeit" dvt 1985, „Der Mensch in seiner Geschichte" dvt 1994 2.Auflage, „Die Geschichte der Natur" VANDENHOEK&RUPRECHT 1992 9.Auflage (1948), „Zeugen des Jahrhunderts - Carl Friedrich von Weizsäcker - Im Gespräch mit Peter Koslowski“ ULLSTEIN 1999, „Zeit und Wissen“ HANSER 1992
Viktor von Weizsäcker (1886-1957, dtsch.Arzt): „Begegnungen und Entscheidungen“ K.F.KOEHLER 1949, „Diesseits und Jenseits der Medizin – Arzt und Kranker – Neue Folge“ K:F: KOEHLER 2.Auflage 1950, „Der Kranke Mensch – Eine Einführung in die Medizinische Anthropolgie“ K:F: KOEHLER 1951, „Gesammelte Schriften 5 – Der Arzt un der Kranke, Stücke einer medizinischen Anthropologie“ SUHRKAMP 1987, „Gesammelte Schriften 7 – Allgemeine Medizin, Grundfragen medizinischer Anthropologie“ SUHRKAMP 1987
Ghislaine Saint-Pierre Lanctot: „Die Medizin Mafia – Wie man ihr lebendig entrinnt und sich Gesundheit und Wohlstand zurückerwirbt“ (The Medical Mafia 2002, 3.XI.1994) HIRTHAMMER 2004
Micheal A. Greenberg: „Off the Pedestal – Transforming the Buisness Of Medicine“ AUTHORS CHOICE PRESS 1990/2001 ISBN: 0-595-19914-3
James Puckette Carter: “Racketeering in Medicine – The Suppression of Alternatives” Hampton Roads 1992
Walter Weber: „Der Mensch ist mehr als sein Körper – Psychosomatische Beschwerden sind heilbar“ HERBIG 4.Auflage 1992 (1991), „Hoffnung bei Krebs – Der Geist hilft dem Körper“ HERBIG 3.Auflage 1995, „Die Seele heilt den Menschen – Gesundheit ist lernbar“ HERBIG 3.Auflage 2003 (1992), „Gesundheit aus eigener Kraft – Der Schlüssel zur Heilung liegt in dir selbst“ HERBIG 2003
Ludwik Fleck: „Entstehung und Entwicklung einer wissenschaftlichen Tatsache - Einführung in die Lehre vom Denkstil und Denkkollektiv“ Suhrkamp 1999
Thomas S. Kuhn: „Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen“ Suhrkamp 1997 („The Structure of Scientific Revolution“ 1970)
Peter Brian Medawar (1915-87, brit. Anatom, 1960 Nobelpreis f. Physiologie) : „Die Einmaligkeit des Individuums“ SUHRKAMP, Frankfurt am Main 1969
Peter Brian Medawar, Jean S. Medawar: „Von Aristoteles bis Zufall – Ein philosophisches Wörterbuch der Biologie“ (From Aristotle to Zoos. A Philosophical Dictionary of Biology 1983) PIPER 1986
Erwin Chargaff (1905-2002, austroamerik.Biochemiker): „Vermächtnis - Essays“ KLETT COTTA 1993 2.Auflage, „Abscheu vor der Weltgeschichte - Fragmente vom Menschen“ Klett-Cotta 2002 5.Auflage, „Kritik der Zukunft“ KLETT COTTA 1998 5.Auflage, „Die Aussicht vom 13.Stock - Neue Essays“ KLETT COTTA 2002 3. Auflage, „Das Feuer des Heraklit - Skizzen aus einem Leben vor der Natur“ KLETT COTTA 1999 5.Auflage , „Ernste Fragen - Essays“ KLETT COTTA 2000 2.Auflage, „Wider den Genrausch - Eine Jahrhundertbegegnung - Doris Weber im Gespräch mit Erwin Chargaff“ PUBLIK FORUM 1999, „Brevier der Ahnungen- Eine Auswahl aus dem Werk“ KLETT COTTA 2002, „Ein zweites Leben - Autobiographische und andere Texte“ KLETT COTTA 2000 2.Auflage , „Zeugenschaft - Essays über Sprache und Wissenschaft“ KLETT COTTA 1985